Das Birchli

Ungefähr drei Jahre vor Ablauf des Mietvertrages wurde nach etwas Grösserem Umschau gehalten.
Die Sennhütte von Frau und Fräulein Kleinjenni auf der Längschwendi lag etwas höher als die ,,Kobenen“. Marschzeit vom Dorf ca. 40 Minuten. Hier wurde jedoch ein Umbau resp. Ausbau notwendig. Für den Materialankauf waren ca. Fr. 3000.- aufzubringen, welcher Betrag vom Vermieter mit Fr. 2000.- und vom Mieter mit Fr. 1000.-getragen wurde. Der Transport und die Arbeitszeit ging natürlich voll zu Lasten der Riege. Für die Finanzierung wurden für Fr. 1000.- Obligationen von je Fr. 25.- ausgegeben. Laufzeit 10 Jahre zinslos. Diese Obligationen wurden ausschliesslich von Mitgliedern gezeichnet. Jährlich wurden 4 Obligationen zur Rückzahlung ausgelost.Im Jahr 1944 beginnt der Umbau. Die eingesetzte Baukommission war sich wahrscheinlich auch nicht ganz im Klaren über die den Mitgliedern zugemuteten Leistungen. Die Strecke vom Materialdepot bis zum Klubhaus beträgt ca. 2,5 km. bei einer Höhendifferenz von 230 m. Für den Umbau brauchte es ungefähr 3 Tonnen Sand und Zement, etliche 6 m lange Balken, ein grosses Quantum Laden und Latten in allen Dimensionen. Einziges Hilfsmittel: Muskelkraft.

birchliJeweils am Samstag-Nachmittag wurde begonnen (damals war die 5-Tagewoche noch ein Wunschtraum) und die Strecke 2 bis 3 mal mit Material zurückgelegt. Am Sonntagmorgen: Abmarsch zum Materialdepot und Aufstieg zum Klubhaus und erst nach dem ersten Transport gab es das Morgenessen.
So wurde bis zur Beendigung der Arbeiten fast ein Jahr lang auf der Längschwendi gezimmert und gehämmert.
Mit diesen Arbeiten entstand ein Klubhaus, welches unsern Verhältnissen entsprach. Es konnten sich ca. 25 Personen verpflegen und ausruhen, schlimmsten Falls auch mehr.

Der für die ersten 10 Jahre festgesetzte Mietpreis von jährlich Fr. 325.- konnte nur dank der grossen Eigenleistungen so tief gehalten werden. Nach 10 Jahren wurde der Vertrag erneuert. Neuer Mietzins Fr. 500.-.

Rückblickend muss festgestellt werden, dass sich der grosse Einsatz gelohnt hat. Natürlich fand auch eine gebührende Klubhauseinweihung statt, bei welcher das Haus auf den Namen ,,Birchli“ getauft wurde.

Im Laufe der ,,Birchli“-Jahre hat sich auch der Mitgliederbestand stets vergrössert und es interessierten sich immer wieder junge Turner und auch übrige Zolliköfler für den Riegenbetrieb.

Da gab es die Zeiten mit Miggu, Däli, Picard, Rumi-Housi, Stene, Schüdeli, Chrigu (Sör Börri) Rölu, Mii, Pe, Böis.., Lieni usw. Hallo Giele waren das Zeiten!
Viele herrliche Stunden haben wir doch im ,,Birchli“ verbracht. Unvergesslich bleiben auch einige, alle Jahre wiederkehrenden Anlässe, wie Skirennen, Putzete, Holzete usw.

Urkunde
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eine Urkunde des Skirennens von 1951

Mit der vorhandenen Motorfräse (Marke Beuret) war auch die körperliche Beanspruchung bei den Holzeten nicht überfordert. Dagegen war der Transport einer Riesenbuche zum Birchli schon fast kriminell.

Sogar die Jasser kamen bei diesen Anlässen auf ihre Rechnung. Es kam vor, dass der Hütten-Laferi diese wegweisen musste, weil er für das Morgenessen den Tisch zubereiten wollte. Der Wäutu war aber auch in der Lage gewissen Frauen etwas Angst einzujagen mit dem Gschichtli vom alten Kleinjenni, der vom Jenseits ins Birchli zurückkomme.
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